Ramandolo ist mit Sicherheit
der Wein,
der am besten das Wesen der Landbevölkerung
seines Anbaugebiets verkörpert:
ehrliche Menschen, manchmal vielleicht
etwas rauh und schroff,
aber gastfreundlich und großzügig,
die in ihr Land verliebt sind
und auf eine uralte Kultur zurückblicken können. |
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Faszinierend wegen der raren Harmonie
von Tannin, Säure und Süßgehalt,
seiner runden goldgelben Farbe und des Dufts nach getrockneten Aprikosen
und Kastanienhonig, ist dieser Wein ideal für besinnliche und
beschauliche Stunden.
Unverkennbar wegen seines ausgeprägten, kräftigen Charakters,
dem angenehm süßen Geschmack, gekennzeichnet von kräftigem
Körper und leichtem Gewürzkräuterduft, eignet sich
dieser Wein hervorragend zu Rohschinken
San Daniele mit reifen, frischen Feigen, zu Bauchspeck und Nimis-Salami,
herangereiften Käsesorten, geräucherter Forelle, Foie Gras
und natürlich zu den typischen Uessuz-Keksen, den Ramandolini,
der Gubana und der Dreikönigs-Pinza, typischen Kuchen aus dem
Friaul.
Der Ramandolo stammt von einer der ältesten Rebsorten des Friauls
und stand bereits in der Weinliste, die dem Papst Gregor XII zum Konzil
im Jahre 1409 vorgelegt wurde; heute ist er ein renommierter DOC-Wein,
wird sich aber bald des Prädikats DOCG rühmen dürfen.
Die Weinberge erstrecken sich über die sonnenüberfluteten
Hänge der sanften Hügel zwischen den Gemeindegebieten von
Nimis und Tarcento, dem Land der Kelten und Langobarden, im Friaul
in der Provinz Udine.Die jährliche Erzeugung beschränkt
sich zur Zeit auf 285.000 Flaschen. |
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Nun stellt sich natürlich die Frage: welcher ist der optimale
Wein? Unglücklicherweise kann derzeit die Antwort nur induktiv
sein, wobei als “optimal” jener Wein bezeichnet wird,
der die stärkste antioxidierende Fähigkeit aufweist. Auf
dieser Grundlage wird das Konzept vertreten, dass die Rotweine vorzuziehen
seien. Jedoch
ist es angebracht, daran zu erinnern, dass eine sichere wissenschaftliche
Antwort auf diese Frage noch nicht möglich ist. So gibt es
Rotweine mit geringem Gehalt an Antioxidierungsmitteln und Weißweine,
die besonderes reich daran sind. Diesbezüglich würden
unsere Erfahrungen aus dem Labor dazu führen, den Ramandolo
als einen “Quasi-Rotwein” zu bezeichnen, wenn ein derartiger
Ausdruck dafür nicht ehrfurchtslos erscheinen würde. Jedoch
ist es klar, dass die antioxidierende Fähigkeit des Ramandolo
um etwa das Zwanzigfache, die anderer Weißweine übersteigt,
wie des Tokai, des Sauvignon, des Riesling. Berücksichtigt
man aber, dass die antioxidierende Fähigkeit stark durch die
Techniken der Weinbereitung beeinflusst wird, zeichnet sich eine
Zukunft ab, in der der Techniker für Önologie mit den
Ernährungswissenschaftlern und Biochemikern zusammenarbeiten
muss, um die Produktion eines optimalen Weines zu begründen.
Somit wird immer mehr das Konzept des Weines als einem Element zur
Optimierung der Ernährung in Kohärenz zum Beitrag der
Geschichte, der Tradition und der modernen Wissenschaft deutlich.
(von Fulvio Ursini - Wein und Optimierung der Ernährung) |
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